08.12.2019                     

Schöneiche gewinnt in letzter Sekunde

Märkischer BSV Belzig - SG Schöneiche  29:30 (15:15)

von Enrico Raasch:   Am 2. Adventssonntag stand für die Männer der SG das letzte Spiel in diesem Jahr auswärts in Bad Belzig an. Versammelt am Treffpunkt traf Trainer Gunnar Eggen gefühlt auf eine Horde müder Krieger, viele Spieler hatten unter der Woche mit Erkältung oder ähnlichem zu kämpfen. Nichts desto trotz waren alle bei guter Stimmung und schienen motiviert fürs Spiel.

Gleich nach Anpfiff ging Belzig mit 1:0 in Führung, was im Verlauf der ersten Halbzeit aber ihre einzige Führung bleiben sollte. Schöneiche fand trotz der zahlreich angeschlagenen Spieler vernünftig ins Spiel, drehte die Partie und hielt die Gastgeber stets 2 Tore auf Abstand. Auch wenn die Kombinationen nicht flüssig gespielt wurden, so fand man immer wieder die Lücken, um zum Torerfolg zu kommen. So stand es nach 15 Minuten 6:9 aus Sicht der Belziger. Leider wurden in Folge einige Entscheidungen der sonst souveränen Schiedsrichter sehr kleinlich gegen Schöneiche ausgelegt. So gab es für die kleinste Berührung einen Freiwurf oder 7 Meter für die Gastgeber, während auf der anderen Seite großzügig weiter gespielt werden durfte.
Bald merkte man, dass den Schöneichern etwas die Luft fehlte, man konnte sich nicht entscheidend absetzen und in der Deckung hatte man gegen die wendigen Belziger einige Probleme. Zum Glück hatte Thomas Sitek im Tor ein richtig guten Tag und hielt einige Bälle. Trotz allem ging es mit einem 15:15 Unentschieden in die Pause.
Diese sollten die Spieler zum durchatmen nutzen, schließlich hatten die Gastgeber die jüngeren Spieler auf ihrer Seite. Diese würden wahrscheinlich in der 2. Halbzeit ordentlich aufs Tempo drücken.
Bis zur 40. Minute blieb es ein Spiel im Gleichschritt mit einem Stand von 20:20. Danach merkte man den Schöneichern wieder an, dass ihnen etwas die Luft ausging. Belzig zog das Tempo an und führte plötzlich mit 25:21 in der 45. Minute. Trainer Gunnar Eggen zog die grüne Karte, versammelte die Spieler und wechselte durch. Er gab so jedem, der es brauchte, noch mal die Möglichkeit durchzuschnaufen. Die Mannschaft biss sich zurück ins Spiel.
Die Abwehr stand stabiler und Torwart Thomas Sitek machte da weiter, wo er in der ersten Halbzeit aufgehört hatte. Im Angriff fanden die Bälle nun endlich auch Matthias Große am Kreis, was in der ersten Halbzeit überhaupt nichtfunktionierte.

So kämpfte sich die SG Tor für Tor zurück. In der 56. Minute traf Henning Krüger per 7 Meter zum von der Bank umjubelten 28:28. Danach war das Spiel ein Krimi, der seines gleichen sucht. 59. Minute beim Stand von 29:29 Angriff für Belzig, diese schließen 20 Sekunden vor Schluss ab, aber der SG Torwart kann den Ball über die Latte lenken. Also nochmals Angriff für Schöneiche und besagter Thomas Sitek hatte den Geistesblitz, mit einem 7. Feldspieler anzugreifen. Der 2. Kreisläufer brachte genug Unruhe in die Deckung der Belziger.

Ein Doppelpass zwischen Dennis Rothe und Pascal Werner reichte aus, um eine 2 Meter große Lücke zu reißen, Pascal Werner trifft eine Sekunde vor Schluss zum 30:29.  Auf der Schöneicher Bank brach der Jubel aus, während die junge Belziger Mannschaft mit leeren Händen da stand. So nah liegen Glück und Leid beim Handball nebeneinander. Schöneiche kassierte erstmals seit 6 Spielen wieder weniger als 30 Gegentore und feierte mit dem Sieg den ersten Erfolg der eigenen Verbandsligageschichte gegen eine Mannschaft, die nicht aus dem Landkreis Teltow Fläming kommt. Es bleibt trotzdem noch viel Arbeit für Trainer und Mannschaft, um die Klasse zu halten.

SGS: Sitek, Schiffmann, Rothe (1), Raasch (1), S. Werner (2), Große (6), Eggen, Ehmke (4), Holz (4), Krüger (6), Gensichen, Pa. Werner (4), Günther (1), Vollers (1)

Bis dahin verabschieden wir uns in die Weihnachtspause. Wir wünschen allen Spielern, Vereinsmitgliedern, Sponsoren, Fans und deren Angehörigen ein frohes, besinnliches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr. Vielen Dank für die großartige Unterstützung im gesamten Jahr 2019.

Weiter geht's für die Männer der SG Schöneiche am 11.01.2020 in Lübbenau.

Quelle:www.moz.de/artikel-ansicht/dg/0/1/1771462/

Aus allen Träumen gerissen wurden die Handball-Männer des MBSV Belzig bei ihrer Heimpleite gegen Schöneiche
 
Bad Belzig: Diese Verbandsligapartie zwischen dem MBSV Belzig und der SG Schöneiche hinterließ viele Fragen bei den Fans wie auch beim Trainer Denis Wandersee. Vor allem die eine: Wie konnte man diese Begegnung nur verlieren?
Gegen das Schlusslicht fand die Defensive keinen Zugriff. Da die Vorderleute sich immer wieder übertölpeln ließen, standen die beiden Torleute auf verlorenem Posten. Michael Schröter wurde von Billy Kamradt Mitte der ersten Hälfte abgelöst, der sich aber auch nicht in die Partie hinein fuchsen konnte. Mit dem Wiederanpfiff begann erneut Schröter, der sich in der zweiten Hälfte enorm steigerte.
Dass ließ sich über seine Teamkollegen leider nicht sagen. Dabei sprach das Momentum eigentlich für sie. Im Lauf der ersten 30 Minuten konnten sie den Rückstand verkürzen und glichen mit dem Pausenpfiff durch den verwandelten Strafwurf von Jonas Galle zum 15:15 aus. "Bei besserer Chancenverwertung hätten wir zur Pause mit 20:15 führen müssen", kritisierte Trainer Wandersee.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb es zäh, die Zuschauer sahen einen engen Spielverlauf. Erst in der 44. Minute bejubelten sie den ersten Drei-Tore-Vorsprung (24:21) ihres Teams.
Der hatte auch noch bis zur 53. Minute bestanden, als Hannes Richter zum 28:25 traf.
Es trat aber keine Beruhigung im Spiel ein. Die Bad Belziger schlossen weiterhin jeden Angriff schnell ab, so als ob sie eine großen Rückstand aufholen müssten. Die Gäste, die nicht die spielerische Klasse des MBSV-Teams besaßen, nahmen die Einladung aber gern an, kamen über ihre Kreisspieler immer wieder zum Torabschluss.
Dreieinhalb Minuten vor dem Abpfiff traf Galle per Siebenmeter zum 29:28, doch die Bad Belziger kassierten trotz Überzahl den prompten Ausgleich. Nun ging es hin und her, beide Mannschaften lieferten Anschauungsmaterial wie man es nicht machen sollte, en masse. Der letzte Angriff gebührte den Schöneichern, die mit der Schlusssirene den 30:29-Siegtreffer markierten. Bis auf ihre Jubelschreie war es mucksmäuschenstill in der Albert-Baur-Halle.
Mit einem Sieg wollten sich die MBSV-Männer auf fünf Punkte von dem Kontrahenten absetzen. Nun ist der Vorsprung auf einen Zähler zusammengeschmolzen. Willkommen im Abstiegskampf. Und dass nach dem kommenden Wochenende (14. Dezember) Pluspunkte hinzukommen scheint aussichtslos, da die Reise zum verlustpunktfreien HC Bad Liebenwerda geht.
Neben der Niederlage schmerzt Trainer Wandersee auch noch die Verletzung Richters, der in der Schlussphase vom Feld musste. Er war mit Leistenproblemen in die Partie gegangen, nun scheint er sich einen Muskelriss zugezogen zu haben. Damit stehen dem Coach aktuell nur noch drei Rückraumspieler zur Verfügung.
von Martin Terstegge